Was hat man für Erwartungen, wenn man plant,
mit einigen Bekannten und Freunden auf Wandertour nach Bosnien zu gehen? In ein
Land, über das man nur etwas durch diffuse Erinnerungen an Zeitungs- und
Fernsehberichte weiß (was bekanntermaßen keine Brigitte Shopping-Tipps
für Sarajevo waren). In ein Land, dessen bloße Erwähnung („Wo machtn ihr
Urlaub?“ – „In Bosnien.“) das Gesicht des Gegenübers einen Ausdruck von Panik
und Mitleid annehmen lässt.
So eingestimmt holt man sich noch ein paar
Informationen beim Auswärtigen Amt und beim ADAC und erfährt, dass man die
Straßen nie verlassen und schon gar nicht Nachts unterwegs sein sollte, was man
denn da unten überhaupt wolle (wenn man nicht gerade zur UN oder SFOR gehöre)
und ob denn ein Urlaub - sagen wir mal in der Lüneburger Heide - nicht viel viel
schöner wäre. Kurz gesagt: Bosnien sei für touristische Aktivitäten derzeit
nicht eignet. Auf der anderen Seite erfährt man aber von den bosnienerfahrenen
Mitreisenden, dass sie schließlich bosnienerfahren wären und wir vor Ort
schließlich auch noch von bosnienerfahrenenen Bosniern begleitet würden. Die
Tour ist von Profis ausgetüftelt, die Übernachtungsmöglichkeiten in Motels,
Hütten und bei Freunden klargemacht, die Verpflegung gesichert,
Rettungsmöglichkeiten vorhanden. Kein Grund zur Beunruhigung also. Na, dann los!